Offener Brief des Bürgermeisters

Liebe Trebbinerinnen und Trebbiner,

die Corona Krise hat seit zehn Tagen auch den Landkreis Teltow Fläming erreicht. Mit heutigem Stand sind 12 Infektionsfälle und 29 daraus resultierende Quarantäneanordnungen sowie 169 Verdachtsfälle registriert. Bisher ist mir nicht bekannt, dass auch Trebbin betroffen ist. Das wird sich aber nach Ansicht aller medizinischen Fachleute schon bald ändern.

Das Virus ist heimtückisch und extrem gefährlich. Bilder aus Italien zeigen, dass die Sterberate dramatisch zunimmt. Wir müssen die Gefahren unbedingt sehr ernst nehmen. Wenn Tote wie in Italien mit LKWs der Armee abtransportiert werden müssen, weil die Bestattungskräfte der Lage nicht mehr gewachsen sind, dann muss spätestens jetzt jedem bewusst sein, dass wir alles daran setzen müssen, die Ansteckungsgefahr sofort und mit aller Konsequenz einzudämmen.

Die Stadt Trebbin hat die angeordneten Maßnahmen des Landes Brandenburg zur Eindämmung des Virus am vergangenen Mittwoch unverzüglich umgesetzt. Dazu zählen die Schließung aller Kitas und Schulen, die Organisation von Notbetreuung für Kinder der sogenannten kritischen Infrastruktur, die Umsetzung der Öffnungsverbote für nicht zum Lebensunterhalt dienenden Verkaufseinrichtungen, die Schließung aller öffentlichen Einrichtungen und die Aufrechterhaltung des Betriebes der Stadtverwaltung unter Einsatz kontaktloser Kommunikationswege mit der Bevölkerung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung sind bemüht, sich um alle Bürgeranliegen weiterhin zu kümmern, allerdings weitestgehend ohne persönliche Besuche im Rathaus.

Corona kann nur durch konsequente Vermeidung von Ansteckungssituationen eingedämmt werden. Jeder kann Träger des Virus sein, ohne es zu wissen. Der Partner oder die Partnerin, Familienagehörige, die nahen Freunde, Kollegen oder einfach auch Menschen in Warteschlangen und in dicht gefüllten Räumen und Plätzen können Virusträger sein. Das Virus in sich zu haben ist keine Schande, jeden kann es treffen. Deshalb ist es so wichtig, dass solche Kontakte auf das Mindestmaß beschränkt werden, um eine Ansteckung zu verhindern.

Es ist vorbildlich, wie verantwortungsvoll viele Trebbinerinnen und Trebbiner mit dieser Situation umgehen. Das unglaubliche Verständnis ist beeindruckend und zeigt, wie ernst die Menschen in unserer Stadt die Lage einschätzen. Leider gibt es aber auch bei uns in Trebbin Menschen, die glauben, dass es sie nicht betreffen würde. Trotz der Versammlungsverbote kommt es zu spontanen „Partys“ auf der Straße, im Park, auf der Freilichtbühne und anderorts. Auch größere unkontrollierte Zusammenkünfte zuhause zählen dazu. Bei Warteschlangen an den Kassen wird auch der empfohlene Sicherheitsabstand häufig ignoriert. All diese Situationen sind aber vermeidbare Ansteckungsrisiken für das tödliche Virus, wobei es nicht einmal zu direktem körperlichen Kontakt kommen muss.

Die eingeleiteten Maßnahmen zum Schutz unserer Bevölkerung können nur ihre Wirkung zeigen, wenn sich ALLE strikt und ausnahmslos daran halten. Nur so kann eine unnötige Verlängerung der Krisensituation vermieden werden. Wer sich nicht an die Auflagen, Verbote und Empfehlungen hält, ist mit verantwortlich dafür, dass die Krise mit all ihren Einschränkungen noch länger anhalten wird. Und schließlich sind diejenigen dann auch verantwortlich dafür, dass es möglicherweise noch drastischere Beschränkungen (z.B. Ausgangssperre) geben wird. Wenn jetzt alle mitmachen, kann die Krisensituation nach Auffassung von Virologen um mindestens vier Monate verkürzt werden, wenn aber Unvernunft dem entgegen steht, dann verlängern sich die Einschränkungen sogar bis auf unabsehbare Zeit.

Ich bitte alle Trebbinerinnen und Trebbiner, halten Sie bitte die angeordneten Versammlungs- und Ansammlungsverbote strikt ein, beachten Sie die empfohlenen Hygieneempfehlungen und Abstandsgebote, vermeiden Sie weitestgehend direkte persönliche Kontakte. Nutzen Sie alternative Kontaktwege wie Mail, WhatsApp, Skype u.ä. Medien, sofern es möglich ist. So weit es möglich ist, bleiben Sie bitte zuhause, oder bewegen Sie sich wenn möglich nur alleine bzw. mit sicherem Abstand zu anderen im Freien.

Ich bedanke mich bei allen Trebbinerinnen und Trebbinern, die schon jetzt mit Bedacht und verantwortungsvoll handeln, für ihr Verständnis und ihr fürsorgliches Handeln. Sie tragen dazu bei, dass wir die Krise alle gemeinsam bewerkstelligen können.

Ich persönlich, aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung werden alles unternehmen, Sie mit Rat und Tat dabei zu unterstützen. Zögern Sie nicht den Kontakt zu uns aufzunehmen, wenn Unsicherheiten oder Unklarheiten bestehen. Die Verwaltung hat dazu ein Krisentelefon unter der Telefonnummer 033731-84239 eingerichtet, welches zu den üblichen Zeiten besetzt ist. Außerdem gibt es eine spezielle Mailadresse dazu (gefahrenlage@stadt-trebbin.de).

Ihr Thomas Berger
Bürgermeister