Lüdersdorf

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Ein kleines, märkisches Dorf

Lüdersdorf – ein kleines, märkisches Dorf an der Landstraße L 70 gelegen, liegt 5,5 km südöstlich der Stadt Trebbin und besteht aus dem Hauptdorf und dem Ortsteil Eichenhof, dass sich etwa 1 km östlich der Ortslage befindet. Hier ein Blick auf den Ortseingang, aus Trebbin kommend, mit der 1998 neu erschlossenen Straße „Zur Sahne“.

Gegenüberliegend hat ebenfalls, in der Zeit von 1995 bis 2017, eine Neuansiedlung stattgefunden. Der 1995 angelegte, ehemalige „Friedhofsweg“, nach der Neuvergabe von Straßennamen und Hausnummern, lt. Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 22.9.2010, jetzt „Friedhofsgasse“ genannt, führt direkt zum Lüdersdorfer Friedhof.

Die Gemeindeverwaltung, 1989/90 sowie abschnittsweise in den Jahren 2012-19 mit Aufwand restauriert und erweitert, dient heute als „Haus der Vereine“ dem Heimatverein, dem Sportverein sowie der Freiwilligen Feuerwehr.

Im weiteren Verlauf erreichen wir die erste Kreuzung. Rechts abbiegend nähern wir uns dem Festplatz, dem Kinderspielplatz, der alten und neuen, aber dennoch ehemaligen Schule, einem gemütlichen Landgasthof sowie dem Rundling. Die Einwohner haben allen Grund stolz zu sein, denn Lüdersdorf gehört zu den ausgeprägtesten Runddörfern in der ganzen Region.

Die Alte, sowie auch die 1995 neu errichtete Bushaltestelle, hat ihren Standort ebenfalls an dieser Kreuzung. Morgens und nachmittags herrscht hier reges Treiben, wenn Schulkinder abgeholt und gebracht werden. Aber auch abends wird die Bushaltestelle von den Jugendlichen gern als Treffpunkt genutzt.

Wenn wir den Kreuzungsbereich links verlassen, kommen wir auf die ehemalige Dorfstraße, jetzt: „Zum Tiefen Weg“. Das helle, hohe Gebäude ist die alte Mühle „Vieth“. Im weiteren Straßenverlauf sehen wir rechts das einzige unter Denkmalschutz gestellte Gehöft (ehemals: Dorfstraße 49). Weiter geht es in Richtung „Apfelallee“.

Hier sehen wir eine wunderschöne, im Ursprung belassene Kopfsteinpflasterstraße. Im Herbst 2009 entstand hier, durch die Hand von vielen fleißigen und spendablen Lüdersdorfern wieder eine „Apfelallee“. Die Finanzierung der Neubepflanzung wurde über „Patenschaften“ gesichert. Ansonsten eignet sich der Weg für erholsame Spaziergänge.

Von der ersten Kreuzung weiter auf der Dorfstraße, jetzt: Lüdersdorfer Dorfstraße erreichen wir den Ortsausgang in Richtung Eichenhof. Die Durchfahrtsstraße war ursprünglich einmal eine Pflasterstraße, sie wurde 1986 mit einer Schwarzdecke überzogen.

Hausfassaden und Vorgärten werden von den Eigentümern sehr liebevoll gepflegt. (Bild 11) Mit dem vorhandenen Baumbestand, rechts und links der Durchgangsstraße, behält sie ihre ländliche Idylle. Die erste urkundliche Erwähnung von Lüdersdorf erfolgte 1357 als „Luderstorp“. Im Jahre 1893 brannte Lüdersdorf fast vollständig nieder, wurde aber in seinen Strukturen als ausgeprägtes Runddorf wiederaufgebaut.

Von 1895 bis 1939 veränderten sich die Bevölkerungszahlen in Lüdersdorf nur geringfügig. Den niedrigsten Stand erreichte die Gemeinde 1971 mit 408 Einwohnern. In den folgenden Jahren bis 1990 blieben die Einwohnerzahlen trotz der tendenziellen Geburtenrückgänge relativ konstant. Für die Lüdersdorfer Einwohner wurde und wird Einiges angeboten.

Das Kegeln hat in Lüdersdorf eine lange Tradition. Schon Ende des 1900 Jahrhunderts hatte es eine stark benutzte Kegelbahn gegeben. Später schaffte man eine transportable Kegelbahn an, die zu Dorffesten aufgestellt wurde und bis heute wird. Seit 1990 gibt es die erste Bowlingbahn in Lüdersdorf.

Das „Schützenhaus“ (erbaut 1911 – 1913) sollte den Lüdersdorfern ein Ort der Begegnung werden. Durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges blieb es jedoch bis 1919 unbewirtschaftet. Anschließend wurde der Saal für Veranstaltungen genutzt und der Wohnraum vermietet. 2014, nach ca. 10 Jahren Leerstand erwarben zwei Privatpersonen das Gebäude.

Am Ortausgang (Richtung Eichenhof) angekommen, befindet sich eine Stichstraße. Die ehemalige Dorfstraße, jetzt: „Gadsdorfer Weg“ liegt gegenüber dem „Landrestaurant Waldblick“. Auch dieser Weg eignet sich für wunderschöne, ruhige Spaziergänge. Eine Wanderung durch Misch- und Nadelwald in Richtung Benediktinerkloster Alexanderdorf ist ebenso möglich, wie ein kleiner Rundgang durch Lüdersdorf, mit seinem vollständig erhaltenen Rundling und seinen historischen Wohnhäusern.

Das „Landrestaurant Waldblick“ bildet den Abschluss des Dorfes in östlicher Richtung. Es wurde als Ausflugs- und Speiselokal von 1996 bis 2014 von den Eheleuten Heike und Bernd Lehmann geführt. Anschließend wurden die Räumlichkeiten von verschiedenen Pächtern genutzt.

Der Ortsteil Eichenhof ist die ehemalige Gutssiedlung „Wilhelminenau“. Nach häufigem Eigentumswechsel, bekam der Ortsteil 1906, wegen der alten Eichen, seinen heutigen Namen. Auch Eichenhof hat seine kleinen Besonderheiten, die erkundet werden wollen.

Wir machen einen Sprung in den bereits mehrfach angesprochenen Rundling. Das große Freigelände eignet sich als Bolzplatz ebenso, wie als Festplatzgelände für das alljährliche Dorffest, immer am letzten Sonnabend im Monat Juni. Rechtsseitig befindet sich ein Spielplatz für unsere Kleinen. Während ursprünglich nur das Runddorf vorhanden war, erstreckt sich die Dorfanlage heute weit über den Rundling hinaus. Die alten Häuser und die im Jahr 2000 gepflanzten Linden bilden eine wunderschöne Einheit. Das heute als Wohnhaus genutzte Gebäude, direkt am Rundling, diente lange Zeit als Schule. Es wurde 1929 gebaut und eingeweiht. Bis 1970 wurde hier unterrichtet. Ab dem 1. September 1970 fuhren auch die letzten Schüler nach Trebbin zur Schule. Die fast 100-jährige Schuluhr wurde 2008 aufwendig restauriert und kann weiterhin bestaunt werden. Auch die historischen Wohnhäuser werden immer wieder restauriert und liebevoll gepflegt. Der Rundling behält dadurch seinen unverfälschten Charakter.

So wie Lüdersdorf am östlichen Ortsausgang über ein Restaurant verfügt, so können wir ein zweites Ausflugs- und Speiselokal, den Landgasthof „Zum Schützen“, im Rundling vorweisen. Der Innenhof und die gepflegten Außenanlagen laden zum Entspannen und zum Verbleib ein. Liebhaber von alten Lanz Bulldog-Traktoren kommen hier auf ihre Kosten.

Schräg vor dem Gasthof befindet sich auf dem Festplatzgelände, dass zur Erinnerung an die in mehreren Kriegen Gefallenen, am 4. Juni 1923 eingeweihte Kriegerdenkmal.

Aus einem anderen Blickwinkel sehen wir den weiteren Verlauf des Rundlings. Hier findet man das ehemalige Domizil der Freiwilligen Feuerwehr, gut zu erkennen der Schlauchturm mit der Sirene. Das Gebäude befindet sich mittlerweile im Privatbesitz. Unsere Feuerwehr kann bereits auf ein über 100-jähriges Bestehen zurückschauen. Unverzichtbar, denn Lüdersdorf wurde in seiner Geschichte wiederholt von Brandkatastrophen heimgesucht.

Hier wird eine zweite, noch ältere Schule vorgestellt. Erbaut 1838 war dieses Gebäude für neunzig Jahre, bis 1929, die Dienststätte von vielen Lehrkörpern. Auch dieses Gebäude wird heute als Wohnung genutzt.

Das ehemalige Spritzenhaus in seiner heutigen Form entstand 1924. Erst 1948 wurde der Trockenturm gebaut. Die offizielle Bildung der Freiwilligen Feuerwehr erfolgte im Jahre 1934. In Eigenregie wurde 1938/39 ein Feuerwehrauto ge- bzw. umgebaut. 1991 bildete sich eine Altersgruppe der Kameraden und 1996 eine Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr. Erwähnenswert ist auch, dass die Freiwillige Feuerwehr einen wesentlichen Anteil am Kulturleben des Ortes hat.

Hier ein Blick auf die linke Seite des Rundlings. Auch auf dieser Seite sind die alten Wohnhäuser und Stallungen ein Augenschmaus für den Betrachter. Auf der Freifläche befindet sich, zu Ehren unseres verstorbenen Ortschronisten, Albert Wuthe, ein Gedenkstein. Ein kompletter Rundgang lohnt sich daher immer.

Immer wieder kann man sich im Rundling über schön renovierte Wohnhäuser erfreuen. Als kleine Anmerkung sei noch zur Sprache gebracht, dass der Rundling erst in den 80er Jahren seine Straße bekam. Der Verlust an historischem Flair fand in einem ordentlichen Dorfbild seinen Ausgleich.

Auch Handwerksbetriebe waren und sind in Lüdersdorf ansässig. Ob Metallbau & Schlosser-, Tischler-, Schlachterei, Heizung-Klima-Sanitär, ob Konsum oder Gastronomie, alles war oder ist in Lüdersdorf vertreten.

Kurzum - Lüdersdorf ist ein beschauliches, kleines, friedliches, märkisches Dorf mit viel Charisma. Ein Dorf, das durch viele Vereine, ganzjährigen Events für Jung und Alt, ein lebendiges Dorf ist. Die Lüdersdorfer sind sehr gastfreundlich und heißen Besucher immer herzlich Willkommen.  Machen Sie einen Streifzug durch die idyllische Landschaft und unser interessantes Dorf. Leser, dessen geschichtliches Interesse über diesen kleinen Anriss hinausgeht, möchten wir unsere „Lüdersdorfer Chronik“ – Historisches Mosaik eines märkischen Dorfes (Autor: Dr. Gerhard Birk) sehr empfehlen.

Text:
Gabriele Averkamp / 14959 Trebbin OT Lüdersdorf

Quelle:
„Lüdersdorfer Chronik“ – Historisches Mosaik eines märkischen Dorfes

- auszugsweise Wiedergabe -

Autor und Redaktion:
Dr. Gerhard Birk / 09117 Chemnitz

Im Auftrag des Lüdersdorfer Heimatverein e. V.